FAQ

Was ist unter regenerativer Medizin zu verstehen?

Die regenerative Medizin befasst sich mit den Möglichkeiten und Mechanismen des Organismus zur Selbstheilung. Dementsprechend bestehen Therapien der regenerativen Medizin in erster Linie Methoden, die den Körper bei Regenerationsprozessen gezielt aktivieren und unterstützen. Dazu gehören der Therapieeinsatz adulter Stammzellen und die Züchtung menschlicher Gewebe aus körpereigenen Zellen außerhalb des Körpers.

Wie funktioniert eine Therapie mit Stammzellen?

Die biologische Aufgabe von Stammzellen ist vor allem die Reparatur und Regeneration von defekten Körperzellen. Diese Funktion macht man sich in der Stammzelltherapie zu Nutze, indem diese Zellen gezielt und in hoher Konzentration direkt in das kranke Gewebe gegeben werden. Dort fördern sie die Selbstheilung des Gewebes. Der zugrunde liegende Mechanismus ist noch weitgehend unbekannt, es wird aber vermutet, dass die Stammzellen bestimmte Substanzen freisetzen, die das kranke Gewebe aktivieren. Denkbar ist auch, dass einzelne defekte Körperzellen, z. B. einzelne Nervenzellen im Rückenmark oder Endothelzellen in Gefäßen, durch Stammzellen ersetzt werden. Die meisten Wissenschaftler stimmen heute überein dass mit Stammzellforschung ein großes lebensrettendes Potenzial verbunden ist und die Art und Weise, wie Krankheiten und Verletzungen erforscht und behandelt werden, revolutionieren kann.

Für welche Krankheiten könnte die Stammzellforschung eine Behandlungsoption oder Heilung bieten?

Theoretisch kann jede Krankheit, die zu einer Gewebezerstörung führt, ein mögliches Anwendungsgebiet für die Therapie mit adulten Stammzellen darstellen. Das schließt Erkrankungen wie Rückenmarksverletzungen, Schlaganfall, Verbrennungen, Herz- und Gefäßerkrankungen, Diabetes mellitus Typ 1 und 2, Arthrose, muskuläre Dystrophien, Parkinson, Alzheimer und andere mehr ein. Die Stammzelltherapie könnte eines Tages die Heilung geschädigter Augen ermöglichen und so unter Umständen eine Erblindung wieder rückgängig machen.

Besteht die Gefahr, dass der Körper die zugeführten adulten Stammzellen abstößt?

Nein. Da es sich um Ihre eigenen Körperzellen handelt, besteht keine Abstoßungsgefahr. Entsprechend müssen nach einer Zelltherapie auch keinerlei immunsuppressive Medikamente eingenommen werden. Eine Ausnahme stellen Autoimmunerkrankungen (z.B. Diabetes Typ 1) dar, bei denen es sinnvoll sein kann, die Wirkung der Stammzellen durch eine kurzzeitige Abschwächung der körpereigenen Abwehrreaktion durch Cortison zu unterstützen.

Was ist eigentlich Knochenmark? Warum enthält es Stammzellen?

Knochenmark ist ein spezielles Gewebe, das sich im Inneren von Knochen befindet. Seine Hauptaufgabe besteht in der Produktion von Stammzellen, aus denen dann ihrerseits verschiedene Blutzellen gebildet werden, in erster Linie weiße und rote Blutkörperchen und Blutplättchen. Jede Stammzelle kann Millionen weiter Stammzellen bilden. Die meisten Stammzellen finden sich im Mark der Brust- und Hüftknochen sowie im Schädel, den Oberarmen und den Beinen. Sind die Stammzellen zu funktionstüchtigen Zellen ausgereift, werden sie in das Blut abgegeben. Auch eine geringe Anzahl an undifferenzierten Stammzellen befindet sich im Blutstrom.

Was sind die Risiken einer Stammzelltherapie?

In der Regel ist die Stammzelltherapie frei von Nebenwirkungen. Allerdings birgt jede Behandlung/Operation bestimmte Risiken, beispielsweise ein Narkose- oder Infektionsrisiko, vorübergehende Schmerzen, Blutungen oder Wundheilungsstörungen. In sehr seltenen Fällen können epileptische Anfälle auftreten. Der potentielle Nutzen und mögliche Nebenwirkungen variieren von Krankheit zu Krankheit. Beides sollte im Einzelnen mit dem zuständigen Transplantationsspezialisten besprochen werden.

Ich habe gehört, dass adulte Stammzellen Tumore bilden können. Stimmt das?

Nein, adulte Stammzellen, die nach ihrer Entnahme und Aufkonzentrierung unmittelbar zu Therapiezwecken eingesetzt werden - wie dies im XCell-Center der Fall ist - steigern nicht das Risiko für die Tumorentstehung. Vorsicht ist geboten, wenn der Patient bereits unter einer Krebserkrankung leidet. In diesem Fall könnten die adulten Stammzellen das Tumorwachstum beschleunigen.

Bestehen ethische Bedenken im Hinblick auf Forschung und Therapie mit adulten Stammzellen?

Es gab und gibt erhebliche Debatten über den Einsatz von embryonalen Stammzellen, besonders hinsichtlich der Verwendung menschlicher Embryonen für die Experimentalforschung. Im Gegensatz zu Zellen, die von Embryonen in ihrer Entstehungsphase gewonnen werden, gibt es bei der Erforschung und dem Einsatz adulter Stammzellen keine ethischen Probleme. Sogar die katholische amerikanische Bischofskonferenz schrieb 2003 in einem Brief an den Kongress: "Die medizinische Forschung entwickelt neue und viel versprechende Behandlungen für Parkinson, Diabetes, Herzkrankheiten und andere Krankheitsformen dies jedoch resultiert aus der Forschung mit adulten Stammzellen und anderen Ansätzen, die keine moralischen Probleme mit sich bringen."

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