Behandlungsablauf der Stammzelltherapie

Die erste Kontaktaufnahme erfolgt in der Regel per Mail oder Telefon. In der Korrespondenz bzw. im Gespräch werden dem Patienten die Möglichkeiten und Voraussetzungen der Behandlung erläutert. Wenn hiernach nichts gegen eine Behandlung spricht, kann er im zweiten Schritt dem XCell-Center seine medizinischen Unterlagen (die bisherigen Befunde sowie die aktuellen Blutwerte) zusenden. Auf Basis dieser Unterlagen berät ein, extra für die jeweilige Erkrankung zusammengestelltes, multidisziplinäres Expertenteam, ob die Therapie möglich, sinnvoll und Erfolg versprechend ist. Im Falle eines positiven Urteils wird ein genauer Behandlungsplan ausgearbeitet und der Patient über die anstehenden Kosten informiert, die sich nach der Art der erforderlichen Behandlung richten. Erklärt sich der Patient mit dem Plan und den Kosten einverstanden, wird er zum ersten Termin - der Knochenmarkentnahme - eingeladen. Hinweis: Wie vor jedem chirurgischen Eingriff, sollten blutverdünnende Mittel mindestens zehn Tage vor der Entnahme abgesetzt werden. Hier kann eine Rücksprache mit dem Hausarzt erforderlich sein.

Der Behandlungsablauf:

  1. Entnahme von Knochenmark
  2. Isolation, Analyse und Konzentrierung der Stammzellen im Labor
  3. Implantation der Stammzellen
  4. Nachbetreuung

Das gesamte Verfahren erfolgt nach den Bestimmungen der "Good Manufacturing Practice" unter höchsten technologischen und medizinischen Standards. Die Risiken der Therapie mit adulten Stammzellen sind gering und beschränken sich auf die normalen Risiken eines operativen Eingriffs. Da es sich um körpereigene Zellen handelt, ist die Gefahr von Abstoßungsreaktionen, wie sie bei der Transplantation fremder Zellen und Organe vorkommt, nicht gegeben.

Hinweis für Patienten aus dem Ausland, die für die Stammzelltherapie nach Köln kommen: Bei Anreise mit dem Flugzeug oder der Bahn nach Köln, werden die Patienten von Mitarbeitern des XCell-Centers am Flughafen bzw. Bahnhof empfangen und in da Institut begleitet. In der Regel erfordert der gesundheitliche Zustand der Patienten keine dauerhafte Betreuung, so dass die Patienten für die Dauer ihres Aufenthalts im Hotel übernachten können. Der Transfer vom Hotel zu den Behandlungsterminen im Institut und zurück, wird vom XCell-Center organisiert.

Entnahme von Knochenmark

Das Knochenmark wird dem Patienten von einem der Ärzte aus dem Hüftknochen entnommen. Dieser Vorgang dauert insgesamt etwa 30 Minuten und läuft so ab, dass zunächst die für die Punktion vorgesehene Stelle betäubt und danach mithilfe einer feinen Nadel ca. 150-200 ml Knochenmark entnommen. Die Betäubungsspritze kann etwas schmerzhaft sein, die Knochenmarkentnahme selbst ist meistens kaum zu spüren. Kurze Zeit nach diesem Eingriff kann der Patient nach Hause, resp. ins Hotel gehen. Vorher wird noch der Termin für die Implantation der Stammzellen abgestimmt.

Eine weitere Methode der Stammzellentnahme besteht in der Mobilisierung der Knochenmarksstammzellen mithilfe von Wachstumsfaktoren. Die Wachstumsfaktoren werden dem Patienten zunächst injiziert, um zu bewirken, dass Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übertreten. Aus dem Blut können die Stammzellen anschließend isoliert werden. Diese Methode wird im XCell-Center seltener angewandt, kann in einigen Fällen jedoch eine Alternative zur Knochenmarkpunktion darstellen.

Isolation, Analyse und Konzentrierung der Stammzellen im Labor

Im Labor wird das in sterilen Röhrchen gesammelte Knochenmark hinsichtlich Qualität und Quantität der darin enthaltenen Stammzellen untersucht. Hierfür werden die Stammzellen zunächst isoliert, indem sie mithilfe eines chromatographischen Verfahrens von den roten und weißen Blutkörperchen sowie vom Plasma getrennt werden. Die Probe werden unter sterilen Bedingungen verarbeitet, so dass die für den Patienten vorgesehenen Stammzellen nicht mit Viren, Bakterien oder Pilzen kontaminiert werden können. Sie werden auch vor ihrer Weiterbearbeitung auf die Abwesenheit viraler Marker wie HIV, Hepatitis B und C sowie Zytomegalie überprüft; liegt ein entsprechender Befund vor, wird überprüft, ob die Therapie unter entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen dennoch durchgeführt werden kann. Der gesamte Prozess wird dokumentiert und das Stammzellkonzentrat erst dann zur Verabreichung freigegeben, wenn alle Qualitätskriterien erfüllt sind.

Die gereinigten Stammzellen werden gezählt und auf ihre Vitalität hin überprüft. Sind genügend vitale Stammzellen vorhanden, d.h. mehr als zwei Millionen CD34-positive Zellen mit einer Vitalität von über 80 Prozent, eignet sich das Stammzellkonzentrat für den Einsatz am Patienten. Bis dahin werden die so aufbereiteten Stammzellen bei minus 196 Grad Celsius in flüssigem Stickstoff aufbewahrt.

Implantation der Stammzellen

Die Art und Weise wie die Stammzellen angewandt werden, ist abhängig von der jeweiligen Erkrankung des Patienten. Es gibt vier unterschiedliche Wege, die Stammzellen zu applizieren:

  • Intravenöse Verabreichung
  • Angiographische Applikation über einen Katheter
  • Intrathekale Verabreichung über eine Lumbalpunktion
  • Direkte Injektion in das Zielgebiet durch eine chirurgischen Eingriff

Zur Behandlung des diabetischen Fußes kann das Stammzellkonzentrat auch direkt in das kranke Gewebe gespritzt werden.

Intravenöse Verabreichung

Die einfachste Anwendungsweise ist die Verabreichung in eine Vene. Diese Methode wird angewandt, wenn gewünscht wird, dass sich die Zellen im ganzen Körper verteilen. Ein gewisser Nachteil dieser Methode besteht darin, dass die Konzentration der Zellen am eigentlichen Zielort relativ gering ist. Die intravenöse Verabreichung wird deshalb häufig zusätzlich zu anderen Anwendungsarten durchgeführt und empfiehlt sich dann z. B. bei Gefäßerkrankungen, Schlaganfall, Rückenmarksverletzungen, Multiple Sklerose, Amyotropher Lateralsklerose, Morbus Parkinson oder Morbus Alzheimer.

Angiographie

Die Angiographie ermöglicht eine genaue Platzierung der Stammzellen in jeweilige Zielorgan. Dazu wird nach örtlicher Betäubung ein Katheter über die Beinarterie in der Leiste eingeführt. Unter Röntgenkontrolle wird der Katheter präzise bis zum Zielorgan, z. B. Leber, Herz oder Pankreas vorgeschoben, wo die Stammzellen anschließend appliziert werden. Dieser Vorgang benötigt etwa eineinhalb Stunden. Im Anschluss an die Angiographie verbleiben die Patienten noch einige Stunden zur Überwachung im Institut und können dann nach Hause oder ins Hotel entlassen werden. Die Angiographie wird z. B. bei Patienten mit Diabetes mellitus angewandt, um die Stammzellen direkt in die Bauchspeicheldrüse einzubringen, oder bei Patienten mit Herzinfarkt oder Herzinsuffizienz (Herzschwäche).

Lumbalpunktion

Zur Behandlung neurologischer Erkrankungen, wie Multiplen Sklerose, können die Zellen auch mittels Lumbalpunktion in den intrathekalen Raum appliziert werden. Das bedeutet, sie werden in Höhe der Lendenwirbel in den Rückenmarks-/Wirbelkanal gespritzt. In diesem Bereich enthält der Kanal kein Rückenmark mehr, es kann dabei also auch nicht verletzt werden. Im Wirbelkanal befindet sich Liquor, die Flüssigkeit, die das Rückenmark und das Gehirn umspült. Da diese Flüssigkeit zirkuliert, gelangen die Stammzellen auf diesem Wege auch direkt in beschädigte Bereiche des Rückenmarks oder des Gehirns. Die Lumbalpunktion wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt.

Sie eignet sich auch für Fälle, in denen eine Angiographie nicht möglich ist, etwa aufgrund einer blockierten Arterie oder zu hoher Blutungsrisiken. Diese Applikationsart ist sehr sicher, die Nebeneffekte beschränken sich in der Regel auf vorübergehende Kopfschmerzen oder Übelkeit, die manchmal auch stark sein können, jedoch ungefährlich sind, oder manchmal Rückenschmerzen, mit Ausstrahlung in die Beine. Solche Nebenwirkungen können ggfs. medikamentös behandelt werden.

Chirurgischer Eingriff

Die direkte Injektion des Stammzellkonzentrats in die betroffenen Gewebe ermöglicht die höchstmögliche Konzentration der Zellen vor Ort. Je nach Zielregion sind jedoch ein chirurgischer Eingriff unter Vollnarkose und ein mehrtägiger Aufenthalt im XCell-Center notwendig.

Im Falle einer Rückenmarksverletzung wird z.B. unter Vollnarkose eine Lamineketomie durchgeführt, d.h. die betroffenen Wirbel sowie die Rückenmarkshaut (Dura) müssen dabei geöffnet werden, um die Zellen direkt in das beschädigte Gebiet applizier. Die Operation erfordert zwei bis drei Tagen stationäre Aufenthalt.

Im Falle eines Schlaganfalls können die Stammzellen direkt in die Infarktregion appliziert werden. Dazu wird unter Lokalanästhesie über ein Bohrloch im Schädel von ca. 8 bis 10 mmm stereotaktisch ein Katheter in die beschädigte Region plaziert. Mit Hilfe des Stereotaxiegeräts oder einem Neuronavigationssystem plant und berechnet der Neurochirurg präzise den Weg zum Ziel, so dass das Risiko, Blutgefäße zu beschädigen, minimiert wird. Nach der Applikation wird die ca. 3 cm lange Wunde am Kopf geschlossen und ist innerhalb weniger Wochen fast unsichtbar. Der Patient bleibt nach einer solchen Operation zur Nachbeobachtung ca. drei Tage im XCell-Center.

Risiken eines operativen Eingriffs

Eine Operation ist immer mit Nebenwirkungen und Risiken behaftet. Dazu gehören das Narkose- und Infektionsrisiko, Komplikationen bei der Wundheilung oder vorübergehende Schmerzen nach dem Eingriff. Sehr selten sind temporäre epileptische Anfälle nach einem Eingriff im Gehirn. Auch Blutungen können in seltenen Fällen auftreten. Im XCell-Center werden die Risiken durch Verwendung neuester medizinischer Technologie und die penible Einhaltung von Hygienevorschriften minimiert.

Nachbetreuung

In der Mehrzahl der Fälle treten keine Beeinträchtigungen durch die Stammzelltherapie auf. Deshalb können die Patienten normalerweise schon einige Stunden nach der Implantation der Stammzellen das Institut wieder verlassen. Wurde ein chirurgischer Eingriff vorgenommen, bleibt der Patient für zwei bis drei Tage zur Überwachung im XCell-Center.

Allen Patienten steht nach ihrer Entlassung eine Notfall-Hotline zur Verfügung, die rund um die Uhr besetzt ist. Des Weiteren verbleiben die Patienten in Kontakt zum behandelnden Arzt oder einem Patientenberater, um die Ergebnisse der Therapie zu kontrollieren. Dieser Kontakt erfolgt zumeist telefonisch oder über Mail. So kann z. B. der Insulinbedarf im Falle einer Stammzellbehandlung bei Diabetes abgesprochen und angepasst werden oder dem Patienten Empfehlungen zur weiteren Rehabilitation gegeben werden.

Um mehr über diese Behandlung zu erfahren, füllen Sie bitte das Informationsanforderungs-Formular aus.

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